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Deutschtext.

Es ist warm.
Johannes dreht sich um. Er liegt auf dem Rücken, die Arme unter seinem Kopf verschränkt. Er hat keine Decke dabei. Und seinen Schädel direkt in das Gras zu legen mag er nicht. Er mag auch keine Käfer und Ameisen, die um ihn herum im Gras hin und her laufen. Unbemerkt wie eigentlich jeden Tag. Nur, dass man sie jetzt erst bemerkt. Wenn Sommer ist. Und das Wetter gut genug um sich in das warme Gras zu legen. Dann erst sieht man sie herumkrabbeln. Auf Picknickdecken. Kissen. Taschen. In Schuhe herein - das findet er besonders ekelig. Weil ausgerechnet ihm das immer passiert. Wenn sie am Baggersee sind, den ganzen tag lang. Und er dann am Abend, beim schlüpfen in die Schuhe, feststellt, dass schon wieder so ein Tier zwischen seiner Schuhsohle und seinem nackten Fuß sein Leben gelassen hatte. Bei dicken Chitinpanzern findet Johannes das besonders ekelhaft, da es vorher noch immer einmal schön knackt unterm Fuß bevor der Käfer dann zerquetscht ist. Er ist sich sicher, wenn er heute dort wäre, würde ihm das auch wieder passieren. Weil das immer so ist, wenn er mit seinen Freunden dort herumhängt. Nur ist er heute gar nicht am Baggersee. Sondern auf dem Spielplatz. Eine Schande, bei so perfektem Wetter fürs Schwimmen gehen, findet Johannes und seufzt.

Die Wiedergabeliste, die er sich extra für den Sommer zusammengesucht hat, beginnt wieder von vorne.

Seit heute Morgen ist Johannes mit Lea zusammen. Und Lea nervt ihn tierisch. Weil Lea klein ist. Und seine Schwester. Trotzdem vermutet er, dass der zweite Fakt ausschlaggebender ist. Weil er sonst nichts gegen kleine Kinder hat - wahrscheinlich da er sich auch nicht um sie kümmern muss. Aber da Lea seine Schwester ist muss er sie bespaßen. Und weil seine Mutter schon wieder arbeiten muss, obwohl sie eigentlich Urlaub hat.
Also ist er mit ihr in den Park. Zu dem Spielplatz, den Lea so mag. Und den auch er eigentlich früher gemocht hatte. Da muss er sich wenigstens nicht wirklich um sie kümmern. Kann einfach im Gras liegen und in den Himmel gucken während Lea mit ihren eisbeschmierten Händen klebrige Spuren auf den Gerüsten hinterlässt und Sandkuchen macht, die sie dann mit Steinen und Ästen feierlich verziert. Zu Hause wird er sie wohl baden müssen. Aber nach fünf Stunden Spielplatz ist Lea auch völlig hinüber - dann muss er sie nach dem Waschen nicht noch vor den Fernseher setzten, sondern kann sie direkt ins Bett packen. Praktisch wie er findet. Denn dann kann er etwas früher weg. Es ist ja erst nachmittags. Und noch lang genug hell um etwas mit seinen Freunden zu unternehmen.
Immerhin haben sie Sommer.

Johannes dreht sich um. Er liegt auf dem Rücken, die Arme unter seinem Kopf verschränkt. Die Wiedergabeliste, die er sich extra für den Sommer zusammengestellt hat beginnt erneut von vorne, als ihm jemand am Arm rüttelt. „Johannes, ich will nach Hause.“
„Wird auch Zeit.“ Er grinst.
21.8.08 21:39


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